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Für Geli, die Seele von Radio Rheinwelle. Zu früh bist Du auf die letzte Reise gegangen. Wo auch immer Du jetzt bist, welchen Ort Du jetzt mit Deinem Lachen beglückst, diese Sendung ist für Dich. Du wirst fehlen, aber für immer in meinem Herzen bleiben …



Über den Moment, in dem man das Fenster schließen und ein Buch lesen sollte.


Diese Ausgabe der Radioshow "Reset Black" hatte
“Nocturnal Sobriety“ zum Thema und ingt musikalisch der Frage nach, warum das nächtliche Stehen am offenen Fenster für Schnupfen sorgt und dass das Wasser, das einem bis zum Halse steht, nur ein Traum ist, an den man sich am nächsten Tag nicht mehr erinnern mag.

Fröhliches resetten am Dienstag, den 21. Februar 2017, ab 08:00 pm CET / 20.00 Uhr German time …
20:00 – 21:00
Moby – Pale Horses (Ambient)
Isomer – Dawn Chorus
Ruelle – Take It All
Vangelis – Movement II
Agnes Obel – It's Happening Again
Michael Cashmore feat. Antony Hegarty – How God Moved at Twilight
Anders Brørby – Bodies in the Water
Propergol – Escape From...
Moby – Walk with Me
Moby – Walk with Me (Ambient)
Christopher Young – The Truth Seeker
Hologram_ – Echoes
Haus am Rand – Radioteori
Xsodect – Behind
21:00 – 22:00
Die Antwoord – Donker Mag
The Inward Circles – And in Their Groves of the Sun This Was a Fit Number
Lowercase Noises – Sweet Pea
Aaron Martin & Christoph Berg – Until Tomorrow Then
FOUDRE! – Ruins / Medusa
Ashtoreth – Dawn Rite
FOUDRE! – Sleep
Anders Brørby – When You Look into the Abyss
Hologram_ – Coda Sphera
Laibach – America
Lawless (feat. Little Ashes) – Likeness
NocturnalSobriety
Album der Sendung I
FOUDRE! –
EARTH

FOUDRE

FOUDRE! @ Gizeh Records
Filmtipp der Sendung
Sightseers


Sightseers

Album der Sendung II
Hologram_ –
Amen: Requiem for Heart Fragment

Hologram

Hologram_ @ Bandcamp (Ant-Zen)
Sightseers.

Tina ist 34 und lebt bei ihrer Mutter.

Tina ist schüchtern und steht auf selbst gehäkelte rosa Reizwäsche.

Tinas Leben versinkt im langweiligem Grau des Alltags.

Dann lernt Tina eines Tages Chris kennen. Er ist ein Außenseiter – genau wie sie. Schnell ist aus dem Kennenlernen Liebe geworden. Immer häufiger und schwerer legt sich der Familienterror der diktatorischen Mutter auf Tinas Gemüt. Die stetige Steigerung der mütterlichen Hysterie, ausgelöst durch den Tod des Hundes der Mutter, lässt der frisch verliebten Tina endlich den nötigen Raum, um sich zu einer Auszeit zu entschließen. Zusammen mit Chris beginnt sie eine Rundreise im Wohnwagen durch England.

Chris ist ein Mann mit Prinzipien, ein Pedant. Schnell wird klar das er wenig davon hält, aufgestellte Regeln zu brechen. Für Regelbrecher enden diese Begegnungen dann meist ausgesprochen bizarr. Mal macht man Bekanntschaft mit einem Stein auf dem Kopf, mal hat man ein Rendezvous mit der Rückseite des Wohnwagens im Rückwärtsgang.

Irgendwann dämmert Tina, das Chris eine sehr spezielle, aufbrausende Art hat. Die eine oder andere Leiche lässt den Verdacht aufkommen, das Chris ein Serienmörder sein könnte. Aber Scheiß drauf, Tina hat keine Lust sich die Laune und die neu gewonnene Freiheit nehmen zu lassen. Zudem Chris sie auf Händen trägt und sie glücklich macht. So geht ihre Reise weiter, während die Zahl an Toten weiter steigt.

Regisseur Ben Wheatleys "Sightseers" ist ein herrlich böser Film. Schwarzhumorig auf die britische Art. Mit Gelassenheit und Ruhe inszeniert er Szene für Szene – unaufgeregt und ziemlich cool. Dabei funktioniert "Sightseers" auf verschiedenen Ebenen. Grundtenor und Auslöser der tödlichen Vorfälle sind immer das Zusammenspiel von Egoismen und Ignoranz in Kombination mit einer gesellschaftlich verankerten Kommunikationsstörung. Dabei ist "Sightseers" kein moralischer Film, sondern – und gerade durch die Vielzahl an versteckten kritischen Untertönen – ein Film mit allergrößtem Unterhaltungswert.

Die britischen Stand-up Comedians Alice Lowe und Steve Oram erwecken nicht nur die Figuren Tina und Chris mit Hingabe im Film zu einem Leben, das man meinen mag, sie spielen sich selbst, sondern sind auch noch für das Drehbuch verantwortlich. So großartig war britischer Humor lang nicht.

Ben Wheatley ist mit "Sightseers" ein großer Wurf gelungen. Zudem ist "Sightseers" klug inszeniert – gerade in Hinblick auf die Figur des Chris, welcher sich als Serienmörder immer auf dem gleichen Level wie seine Opfer bewegt. Aber auch als jemand, der das Ventil zum Inneren Tinas öffnen und die brodelnde Lava herausströmen lassen kann. Die Art und Weise wie Chris dadurch selbst zum Opfer durch Tinas Manipulationen wird, ist beispiellos. Man kann nur festzustellen: "Sightseers" ist ein feiner und finsterer Anschlag auf unsere Lachmuskeln. /.fjs/

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© by Reset Black. "Reset Black" is a Radioshow for those who enjoy sounds on the periphery of silence.